Mühle Grüsch
Kategorie: Nachhaltigkeit
Nutzung: Wohnen
Jahr: 2025
Die Geschichte des Lebens wird in Kreisen erzählt. Die Geschichte einer nachhaltigen Lebensweise noch viel mehr.
Die Mühle Grüsch vollzog als Getreidemühle jahrhundertelang kreisende Bewegung zur Versorgung der Menschen in der Umgebung. So ist es nur folgerichtig, dass die Ambition darin lag, das dem Ort eingeschriebene zyklische Wirken bei der Sanierung zur zentralen Frage zu erheben: Wie kann etwas Bestehendes in eine neue Funktion überführt werden und dabei nachhaltig sein?
Die Antwort lautet: Indem von innen heraus gedacht wird, nicht von aussen.
Mit diesem Perspektivenwechsel wurden die Weichen dafür gestellt, dass das ursprüngliche Gebäude zur Hauptressource seiner eigenen Verwandlung werden und damit nachhaltig wachsen konnte.
Ganz konkret bedeutet das, dass die Oberflächen so weit als möglich unbehandelt blieben. War eine Sanierung wie etwa im fensterlosen Hochsilo nicht ohne Rückbau möglich, dann wurden die Materialien getrennt und aufbereitet, sodass z. B. der Beton wieder für den Bau des neuen Wohnturms zur Verfügung stand. Die dafür nötige technische Präzision konnte nur im wertschätzenden Zusammenspiel der verschiedenen Akteur:innen gelingen.
Solarzellen an der Fassade stellen die Energieversorgung der Bewohner:innen sicher und die Dokumentation sämtlicher verwendeter Materialien bedeutet die heutige Verantwortungsübernahme für eine spätere Umnützung oder einen Rückbau.
Die Sanierung eines Gebäudes radikal von den vorhandenen Ressourcen her zu denken, bedeutet, dass viele Optionen nicht umgesetzt werden können.
Aber eigentlich ermöglicht diese Perspektive, sich mit allen Sinnen auf das Potential des Gebäudes einzulassen und aus dem Bestand heraus Neues zu entwickeln.
So wird das Bewahren zum wichtigen Element der Transformation und schreibt die Kreis-Geschichte der Mühle Grüsch für seine Bewohner:innen und die Umgebung fort.